Der Schulgarten heute

Der Schulgarten – eine gärtnerische Attraktion inmitten des wunderschönen Naherholungsgebietes rund um die Wakenitz – verdankt seinen Namen seiner ursprünglichen Bestimmung: In dem 1913 nach Plänen von Harry Maasz angelegten Garten sollten sich Schulkinder durch eigene gärtnerische Arbeit mit dem Werden und Vergehen der Pflanzen vertraut machen. Angewandter Biologieunterricht war das Ziel.

Der Not gehorchend wurden während der beiden Weltkriege auf einem Großteil der Flächen Gemüse und Kartoffeln angebaut – eine willkommene Ergänzung des knappen Nahrungsangebotes.

Im Jahre 1949 wurde das Gelände wieder als Schul- und Schaugarten hergerichtet und kann seitdem von Besuchern – kostenlos – besichtigt werden. Schulklassen kommen auch weiterhin zum Unterricht im Freien in den Garten, und auch die Kindergarten-Kids lernen hier schon ihre ersten Pflanzen kennen.

Inzwischen ist der Garten nach ökologischen Gesichtspunkten umgestaltet und erweitert worden, und auch die Wissenschaft hat Einzug gehalten. So wird er heute gern als Botanischer Garten bezeichnet.

Farbenfrohe Schaubeete mit einem reichhaltigen Sortiment an Sommerblumen und Stauden, Nutz- und Heilpflanzbeete, Themengärten wie das Alpinum und der Heidegarten oder naturnahe Biotope wie Teich und Wiese mit über 70 Pflanzenarten geben einen Einblick in die Vielfalt der Pflanzenwelt. Kaffee und Bananen kennt und genießt jeder – hier kann man die Pflanzen sehen, die diese Früchte tragen. Zusammen mit anderen exotischen Pflanzen überwintern diese wärmegewohnten Gäste in einem dafür eingerichteten Pflanzenhaus.

Schüler, die sich gerade mit der Vererbungslehre des Gregor Mendel oder der Stammesgeschichte der Pflanzen beschäftigen, finden im Schulgarten praktisches Anschauungsmaterial, und manchem Erwachsenen helfen die Beispiele, verschüttetes Wissen zu heben.

Nostalgische Stimmung vermitteln der Bauerngarten und ein Laubengang, an dessen Ende die Anmut des „Wasserschöpfenden Mädchens“ die Blicke des Besuchers anzieht. Sitzbänke und Stühle laden überall zum Verweilen ein. Kein Verkehrslärm stört die Ruhe.

Heinrich Paulsen, 1. Vorsitzender